Bildungsdirektor Kölliker unter Beschuss
Die Lehrer wollen bessere Arbeitsbedingungen. (Keystone)
Die Verbände zeigten sich in Stellungnahmen vom Donnerstag empört über die Umsetzung des Massnahmenpakets, mit dem die Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer verbessert werden sollen. Jetzt zeige Kölliker «sein wahres Gesicht», kritisierte der VPOD.
Grund für den Unmut ist, dass die angekündigte Kürzung des Lehrerpensums von 28 auf 27 Lektionen nur für Lehrkräfte mit einem 100-Prozent-Pensum gelten soll. Da mehr als zwei Drittel der Lehrerinnen und Lehrer in Teilpensen arbeiten, profitiert nur ein kleiner Teil von der Entlastung.
Kölliker ist erzürnt
Man sei immer davon ausgegangen, dass die neue Regelung für alle Lehrpersonen gelte, schreibt der KLV an die Adresse Köllikers: «Wir sind über Ihre Auslegung der Vorlage überrascht und enttäuscht.» Damit gebe Kölliker «all den Kritikern Recht, die behaupten, dass Ihren Versprechen keine wirklichen Verbesserungen folgen».
Kölliker reagiert auf Anfrage des Regionaljournals von Schweizer Radio DRS erzürnt. Man habe dieses Paket über mehrere Monate gemeinsam erarbeitet und der Lehrerverband habe auch seine Unterstützung zugesichert. Die Forderungen der Lehrer würden dazu führen, dass die Kinder noch weniger Schulstunden hätten.
Mehrkosten von 16 Millionen Franken
Der Bildungsdirektor warnt auch von Mehrkosten in der Höhe von rund 16 Millionen Franken, sollte die Regelung bei allen Lehrern angewendet werden. Und Kölliker warnt: Wenn das Paket im Kantonsrat abgelehnt würde, müssten die Lehrer auch auf alle anderen Verbesserungen verzichten. (gemp, sda)
