SVP-Kampfkandidatur für Aargauer Regierung
Will Sylvia Flückiger nun doch Aargauer Regierungsrätin werden. Die SVP-Nationalrätin zieht sich nun als Kandidatin für das Präsidium des Schweizerischen Gewerbeverbandes zurück. Diese Kandidatur war ihr Argument gegen die Kandidatur als Regierungsrätin. (politikerin.ch)
Baudirektor Peter Beyeler (FDP) hat seinen Verzicht auf eine weitere Amtsperiode bekannt gegeben. Als Nachfolger kandidiert der Badener Stadtammann Stephan Attiger. Die FDP entscheidet im Mai über seine Nomination.
Die restlichen vier Regierungsmitglieder wollen noch einmal antreten. Sie haben dies gemeinsam bekannt gegeben. Es sind: Roland Brogli (Finanzdirektor CVP), Urs Hofmann (Innendirektor SP), Alex Hürzeler (Bildungsdirektor SVP) und Susanne Hochuli (Gesundheitsdirektorin Grüne).
Die SVP entscheidet am 15. Februar, ob sie eine Kampfkandidatur neben Alex Hürzeler lancieren will. Diese Kandidatur richtet sich mehr oder weniger direkt gegen die Grüne Susanne Hochuli.
Die Regierungswahlen finden am 21. Oktober 2012 statt. Zum ersten Mal wird die Regierung damit am selben Tag gewählt wie das Aargauer Parlament, der Grosse Rat. (velm)
Die Gerüchteküche brodelt schon lange. Die SVP könnte eine Kampfkandidatur lancieren für die Regierungswahlen im Herbst. Also neben dem bisherigen Bildungsdirektor Alex Hürzeler eine zweite Person zur Wahl vorschlagen.
Der Kantonalvorstand entscheidet am 15. Februar. Eine Umfrage bei der Partei zeigt: Viele Exponenten befürworten eine solche Kandidatur.
SVP hat Anrecht auf zwei Sitze
Das hat gute Gründe: Die SVP hätte rechnerisch Anspruch auf zwei Sitze in der Regierung. Viele SVP-Vertreter greifen dabei gezielt die grüne Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli an. Sie hat aus ihrer Sicht versagt, nicht nur in der Asyl-Diskussion von Bettwil.
Und: Eine zweite Kandidatur würde der SVP wohl auch sonst helfen, sich selber und ihre politischen Themen im Gespräch zu halten. Es ist also beinahe sicher, dass der Regierungsratswahlkampf doch noch spannend wird, dass es doch noch zu einer Kampfwahl kommt.
Glaubwürdige Persönlichkeit gesucht
Das Problem: Regierungsratswahlen sind Persönlichkeitswahlen. Der rechnerische Anspruch der SVP auf das Amt reicht also nicht. Es brauche politische Schwergewichte als Kandidaten, so der Tenor in Hintergrundgesprächen mit Parteivertretern. Glaubwürdig müssten die Kandidaten sein, Führungserfahrung sei unabdingbar.
Gerade Politiker mit Führungserfahrung hätten aber häufig eigene Firmen. Und würden diese auch für ein Regierungsamt nur ungern aufgeben. Das sagen viele SVP-Vertreter und geben damit zu: Die Kandidatensuche ist kein einfaches Unterfangen.
Gespräche würden aber geführt, bestätigen diverse Vertreter. Und natürlich sind diese Gespräche bisher nur inoffiziell. Trotzdem kann man anhand der geäusserten Anforderungsprofile bereits über mögliche Kandidaten spekulieren.
Luzi Stamm oder Ulrich Giezendanner?
Politische Schwergewichte wie Nationalrat Ulrich Giezendanner oder Amtskollege Luzi Stamm lägen auf der Hand. Beide wurden jedoch bereits in anderen Wahlkämpfen «verheizt». Andere Nationalräte haben entweder selber Firmen oder nehmen sich altershalber gleich selber aus dem Rennen.
Auf kantonaler Ebene sind kaum mögliche Kandidaturen auszumachen: Es fehlt an bekannten und gleichzeitig mehrheitsfähigen Politikern. Der bekannte Fraktionschef Andreas Glarner zum Beispiel polarisiert wohl zu stark für ein Regierungsamt.
Sylvia Flückiger ist Kronfavoritin der SVP
Es bleibt zum Schluss praktisch nur eine mögliche Kandidatur, deren Namen auch immer wieder genannt wird: Sylvia Flückiger-Bäni aus Schöftland. Die Nationalrätin ist eine Frau, sie ist durch diverse Ämter einer breiten Öffentlichkeit bekannt und sie hat als Unternehmerin Führungserfahrung.
Ihr eigenes Unternehmen dürfte kein Hinderungsgrund sein: Ihr Mann könnte im Falle einer Wahl den Holzbau-Betrieb weiterhin führen. Auf Anfrage erklärt Sylvia Flückiger: «Das macht mir natürlich Freude, dass mein Name im Gespräch ist. Das ist eine Bestätigung für meine politische Arbeit.»
Entscheidung im SVP-Kantonalvorstand im Februar
Mehr will, kann und darf Flückiger natürlich noch nicht sagen. Ein Handicap besteht auch bei ihr: Sie kandidiert als Präsidentin für den Schweizerischen Gewerbeverband. Diese Kandidatur könnte sie aber noch zurück ziehen. Die Wahl in dieses Gremium erfolgt erst im Mai. Die Aargauer SVP hingegen will bereits am 15. Februar über eine Kampfkandidatur für die Regierung entscheiden. (velm)
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