21.2.1912: Jungfraubahn feiert den Tunneldurchschlag
Aufnahme vom Durchschlag 1912. (zvg)
16 Jahre lang schufteten Hunderte von italienischen Mineuren an diesem Tunnel. Er war mit 16 Milionen Franken letztlich doppelt so teuer als geplant, und der Bau brauchte viel mehr Zeit. Das kühne Projekt brachte auch technische Errungenschaften wie elektrische Bohrmaschinen für die Sprenglöcher oder Dynamit, der die eiskalten Temperaturen am Berg ertrug.
Der Zürcher Bahnpionier, Bankier und Industrielle Adolf Guyer-Zeller, der im Verlaufe der Bauzeit sein eigenes Vermögen arg strapazierte und für die Finanzierung der Bahn eine eigene Bank gründete, erlebte den Durchschlag nicht mehr. Er starb 1899, drei Jahre nach Baubeginn. Mit der Station Jungfraujoch endete auch die Bauzeit. Die letzte Etappe auf den Jungfraugipfel selbst wurde nicht mehr in Angriff genommen.
Historische Glorie gegen neue Erkenntnisse
Der Berner Historiker Patrick Moser nahm sich der Geschichte der Jungfraubahn in seiner Doktorarbeit von 1997. Er zeichnet aufgrund von neuen Quellen und Fakten ein etwas kritischeres Bild des Bahnpioniers und der miserablen Zustände auf der Baustelle. Die andere Seite des grossartigen Werks waren Streiks, lausige Unterkünfte, mehrere grosse Spreng-Unglücke, 30 Tote und über 90 Verletzte.
Aber Historiker Patrick Moser sagt auch: Die Jungfraubahn war eine der ganz wenigen Bahnen im Hochgebirge, die in dieser Zeit des Bergbahn-Booms überhaupt vollendet wurden. Ihr Bau war eine technische und planerische Meisterleistung, die letztlich alles andere überstahlt und die Jungfraubahn-Gruppe zur heute erfolgreichsten Privatbahn-Gesellschaft unseres Landes gemacht hat. (strc)
