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Freitag, 12.3.2010

SBB wollen Löhne an Leistung knüpfen

Wer mehr leistet, soll mehr verdienen. Dieses Prinzip gilt künftig bei den SBB. Der GAV wird nicht neu verhandelt. Ausserdem soll die Chefetage umgebaut werden.

Die SBB wollen ihr Lohnsystem umbauen und die Löhne enger an die Leistung der Mitarbeitenden knüpfen. «Damit sich gute Leistung noch mehr lohnt», wie es Personalchef Markus Jordi ausdrückte. Welche Löhne steigen und welche sinken sollen, sagten die SBB nicht.

Im Interview in der aktuellen Ausgabe der «SBB-Zeitung» sagte Jordi, der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) werde nicht wie ursprünglich vorgesehen neu verhandelt. Stattdessen wolle man einzelne Teile davon weiterentwickeln.

«Nachvollziehbarer und fairer»
Das neue Lohnsystem namens Toco will Jordi nicht als Abbauübung verstanden wissen - vielmehr soll es «nachvollziehbarer und fairer» sein als das alte.

Löhne im Vergleich zu hoch oder zu tief
Das heutige Lohnsystem bezeichnete der SBB-Personalchef als «grundlegend veraltet». Die Löhne würden unabhängig von Markt und Branche festgelegt. «Deshalb sind diese in einigen Bereichen im Vergleich zum Markt, aber auch im internen Vergleich, zu hoch.» In anderen Bereichen seien sie tendenziell zu tief.

SEV: Nicht beim Putzpersonal sparen
Die Eisenbahnergewerkschaft (SEV) fürchtet sich vor der geplanten Umverteilung. Laut SEV-Sprecher Peter Moor argumentierten die SBB, dass die Löhne am unteren Ende der Skala zu hoch und jene am oberen Ende zu tief seien.

«Wir sind dagegen, die Löhne des Reinigungspersonals unter dem Vorwand zu senken, sie seien höher als in der Privatwirtschaft», sagte Moor.

Neuorganisation der Chefetage
Am Freitag informierten die SBB zudem, dass sie ihre Chefetage radikal umbauen wollen. Das Generalsekretariat werde aufgelöst und dessen Aufgaben anderen Stellen übertragen. Die Unternehmenskommunikation soll aufgewertet und die Lobbyarbeit im Bundeshaus verstärkt werden, wie die SBB weiter mitteilten.

Neue Abteilung für Lobbyarbeit
Ab dem 1. Juli werde die Unternehmenskommunikation durch die neue Abteilung «Public & Government Affairs» ergänzt. Diese verantworte die Beziehungen zu den Bundesbehörden, dem nationalen Parlament, den politischen Parteien und den relevanten Interessenverbänden, hiess es weiter.

Ausserdem solle die neue Abteilung die Interessen der Bahn auf internationaler Ebene vertreten. Bislang war das Generalsekretariat für die Lobby-Arbeit zuständig. (luek, sda)


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