Unruhen erreichen Wirtschaftsmetropole Aleppo
Protest gegen das syrische Regime in Daria, in der Nähe von Damaskus. (Reuters)
Die Unruhen in Syrien haben sich auf die Wirtschaftsmetropole Aleppo ausgeweitet. In mehreren Vierteln der zweitgrössten syrischen Stadt waren Schüsse zu hören. Nach Angaben von Oppositionellen wurden acht Menschen getötet.
In Aleppo hatte es in den ersten Monaten des Aufstandes kaum Proteste gegen Assad gegeben. Arabische TV-Sender strahlten am Freitag ein Video aus, das ihren Angaben zufolge eine Gruppe von Deserteuren aus Aleppo zeigt.
Ihr Anführer erklärte, die Truppen des Regimes seien für ihn und seine Männer ein legitimes Angriffsziel.
Auch Kinder gefoltert?
In der Provinz Daraa töteten Deserteure laut der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter acht Soldaten. Landesweit seien am Freitag insgesamt 28 Zivilisten getötet worden, hiess es.
Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, in der Provinz Idlib seien zwei 12 und 14 Jahre alte Jungen ums Leben gekommen, als «Terroristen» eine ferngezündete Bombe zur Explosion brachten.
Menschenrechtler wiederum erklärten, dass die syrischen Streitkräfte auch Kinder und Jugendliche festgenommen und gefoltert hätten.
Zahnlose Resolution befürchtet
Die Verhandlungen im Uno-Sicherheitsrat über eine Resolution zum Syrien-Konflikt wurden erneut vertagt. Die Vetomacht Russland stimmt auch dem vorliegenden abgeänderten Entwurf nicht zu. «Unser Standpunkt wurde ungenügend berücksichtigt», sagte Vizeaussenminister Gennadi Gatilow.
Moskau würdige aber die jüngsten Konsultationen über die Resolution und bleibe gesprächsbereit. Der Sicherheitsrat hatte zuletzt einen von Marokko eingebrachten und von Arabern und Europäern unterstützten Syrien-Antrag diskutiert.
30. Jahrestag des Massakers von Homs
Aktivisten hatten für Freitag zu landesweiten Protesten aufgerufen, um des 30. Jahrestags des Massakers von Homs zu gedenken. Im Februar 1982 hatte Präsident Bashar Assads Vater und Vorgänger Hafis einen Aufstand der Muslimbruderschaft blutig niederschlagen lassen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International geht von 10'000 bis 25'000 Toten aus. (luek, sda/dpa/dapd/afp/reuters)
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