Weitere Diplomaten verlassen Damaskus
Aufnahme aus Khaldiyeh, einem Aussenquartier der Stadt Homs. (Reuters)
Das syrische Regime versucht weiterhin mit militärischer Macht den Willen der Aufständischen in der Stadt Homs zu brechen. Aktivisten berichteten am Mittwoch, das Viertel Baba Amro sei unter Beschuss genommen worden. Sie sprachen von Dutzenden von Toten.
Drei Familien seien zudem von Milizionäre in ihren Häusern massakriert worden, hiess es. Die Eindringlinge hätten 20 Menschen mit Messern getötet. Wegen der eingeschränkten Bewegungsfreiheit für Medienvertreter in Syrien ist es schwer, derartige Angaben zu überprüfen.
Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, in der Provinz Daraa seien nahe der jordanischen Grenze ein Offizier und 17 Soldaten desertiert. Der syrische Menschenrechtsanwalt Haitham al-Maleh sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija, regimetreue Einheiten seien für die gewaltsame Unterdrückung der Proteste verantwortlich, nicht die regulären Truppen der Armee.
Zahlreiche Diplomaten verlassen Damaskus
Die Arabische Liga forderte unterdessen ihre Beobachter auf, Syrien zu verlassen. Das bestätigte ein Mitarbeiter der Liga in Kairo. Der Leiter der Beobachtermission, Mohammed al-Dabi, und sein Stab sollen jedoch vorerst noch in Damaskus bleiben.
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hatte bei einem Treffen mit Präsident Bashar al-Assad am Dienstag noch erklärt, die Beobachtermission könne ausgeweitet werden. Die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates hatten daraufhin geschlossen ihre Botschafter aus Damaskus zurückgezogen und forderten umgekehrt die syrischen Gesandten auf, jeweils ihre Länder zu verlassen.
Auch Frankreich und Italien riefen ihre Botschafter zurück; Grossbritannien und die USA hatten dies schon am Montag getan, und der deutsche Botschafterposten in Damaskus bleibt bis auf weiteres vakant. Die Schweiz hatte ihren Botschafter bereits im August zu Konsultationen nach Bern zurückgerufen. Die Vertretung in Damaskus bleibt jedoch in Betrieb. (bat, sda)
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