Friedrich Dürrenmatt in Locarno, August 1989 (Keystone)
Friedrich Dürrenmatt: 1921 - 1990
Friedrich Dürrenmatt einen Schweizer Schriftsteller zu nennen, ist fast schon untertrieben – er gab sich vielmehr als der Schweizer Schriftsteller. In seinen öffentlichen Auftritten mal professoral, mal lustvoll provokativ, inszenierte F.D. sich selbst ebenso grandios wie seine Stücke, auch wenn er Zeit seines Lebens in einem Atemzug mit seinem Freund Max Frisch genannt wurde.
Wobei Freundschaft nur eine Seite ihrer schwierigen Beziehung darstellte – «ich glaube, es ärgert uns beide, dass wir immer zusammen genannt werden. So sind wir eigentlich zwar Freunde, aber obendrein noch verflucht, Freunde zu sein», gab Frisch einmal zu Protokoll.
Dürrenmatt, der Erzähler, der Hörspielautor, der Maler, der Zeichner – alles sind dies Facetten eines Autors, der ein Leben lang vor allem für die Bühne geschrieben und gelebt hat. Seine zwischen heiterer Melancholie und schierer Verzweiflung oszillierenden Stücke, die er «Komödien» nannte und bei denen dem Publikum regelmässig das Lachen im Hals stecken blieb, zählen zum unangefochtenen Kanon der Schweizer Literatur.
Grund genug, einen hintergründigen Blick auf einen Autor zu werfen, der uns seltsam vertraut scheint – und der sich uns in seiner Vielgesichtigkeit doch immer wieder entzieht.
(twb)
